Musik ist Hoffnung

von Gerhard Hacker  0

Er floh vor dem Krieg in Syrien, wo er über lange Zeit – Bomben und Zerstörung zum Trotz – im öffentlichen Raum auf seinem Klavier die Menschen für einen Moment die Schrecken vergessen lassen konnte. Am Samstagabend gab „der Pianist aus den Trümmern“, Aeham Ahmad, Klassik und arabische Lieder in der Kirchengemeinde Marschacht zum Besten. Und zwar auf dem Flügel, den wir vor einigen Wochen frisch lackiert haben. 

Sein musikalisches Talent beeindruckte die Zuhörer ebenso wie seine Lebensgeschichte, die er in seiner Autobiografie „Und die Vögel werden singen. Ich, der Pianist aus dem Trümmern“ (absolut lesenswert!) verarbeitet hat. Mechthild Henne, die Ahmad seit seiner Ankunft in Deutschland 2015 begleitet, las aus dem Buch und macht auf diese Weise deutlich, was Musik auch in den schwierigsten Zeiten leisten kann. 

Ahmads Themen sind Freiheit und Hoffnung, für die er auch im Krieg einstand. Mit Pick-up und Klavier war er sowohl im Flüchtlingslager Jarmuk als auch auf öffentlichen Plätzen in Damaskus unterwegs, um vor allem Kinder mit seiner Musik für ein paar Momente vom brutalten Alltag abzulenken. Erst als IS-Kämpfer bei einer Kontrolle sein Klavier zerstörten, floh Ahmad nach Deutschland. 

Heute lebt er mit seiner Frau und seinen beiden Kindern in der Nähe von Frankfurt und spielt seit 2017 mit dem Edgar-Knecht-Trio, mit dem er auch sein erstes Album „Keys to Friendship“ aufnahm. Das kleine, aber feine Konzert am letzten Sonntag gewährte nicht nur Einblicke in das Leben und Werk des Pianisten und Komponisten, sondern zeigte auch einen Menschen, der die Hoffnung auf Frieden und Freiheit nicht aufgegeben hat. Ein Abend mit Gänsehautfaktor!

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